Pressemitteilung vom 13. Mai 1999

Verschieden aber versöhnt

Charismatisch, aber aus verschiedenen Kirchen / Der Heilige Geist leitet den Menschen und spricht zu ihm / 4200 Teilnehmer bei "Jesus 2000 " / Drei Kongresse in einem / Zahlen zur Teilnehmerschaft / Die Workshops mit dem größten Zulauf

Charismatiker sind zwar verschieden, aber miteinander versöhnt. Zwar gebe es Unterschiede zwischen Christen aus charismatischen Bewegungen der verschiedenen Kirchen, aber trotzdem seien sie "einig im Herzen". Mit diesen Worten beschrieb Pfarrer Friedrich Aschoff (Kaufering) auf der Eröffnungsveranstaltung des Kongresses "Jesus 2000" vom 13. -16. Mai das Verhältnis der charismatischen Chrísten zueinander. Aschoff ist Mitglied im Leitungskreis des Kongresses und Vorsitzender der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung, der charismatischen Bewegung innerhalb der evangelischen Kirche. Der katholische Diakon Helmut Hanusch erinnerte an ein Wort Jesu, daß die Einheit der Christen Voraussetzung dafür sei, daß Menschen an das Evangelium glauben könnten. Helmut Hanusch ist Sprecher der Charismatischen Erneuerung in der katholischen Kirche.

"Jesus 2000" ist die bisher größte gemeinsame Veranstaltung von charismatischen Gruppierungen innerhalb der evangelischen und katholischen Kirche, aus Freikirchen und freien Gemeinden in Deutschland. Der Kongreß steht unter dem Leitwort "Jesus neu begegnen als (s)ein Volk für das Reich Gottes im Dritten Jahrtausend Jesus feiern".

Gemeinsam ist den charismatischen Christen ein bewußtes Öffnen für den Heiligen Geist. "Wenn wir vom Heiligen Geist sprechen, dann geht es nicht um eine irgendwie geartete Kraft, sondern darum, daß Gott in einem Menschen persönlich begegnet, ihm beisteht und ihn leitet. Wer Gott nicht als jemanden erfährt, der ihn durch seinen Geist liebt und zu ihm spricht, der geht am Kern des Glaubens vorbei. Wer den christlichen Glauben auf ein Regelwerk, auf die Weiterführung einer Tradition oder allein auf das Festhalten an Lehrsätzen reduziert, geht an dem Leben, das Gott uns schenken will vorbei." So erklären Friedrich Aschoff und Helmut Hanusch den Zugang zu einer Gotteserfahrung. Es gebe nicht wenige Christen, die diese entscheidende Dimension immer wieder vergäßen und stattdessen in der Erfüllung von Pflichten und Aufgaben den Sinn ihrer Gottesbeziehung suchten.

Der Kongreß dokumentiert nach Auffassung der Veranstalter die Vielfalt und das breite Spektrum der charismatischen Bewegungen in Deutschland: Das zeige schon die Tatsache, daß sich "Jesus 2000" an Christen jeden Alters wende: Etwa 3200 Christen besuchen den Kongreß für Erwachsene, 580 Teilnehmer treffen sich zum Jugendkongreß "Vollkorrekt", 350 Kinder zum Kinderkongreß "Voll ins Herz". Am ersten Kongreßtag kamen 400 Tagesgäste. Die Vielfalt komme aber auch im 80köpfigen Trägerkreis und den Sprechern der 24 Workshops zum Ausdruck; hier sind Leiterinnen und Leiter aus allen Bereichen des charismatisch-pfingstlichen Spektrums vertreten, deren Zahl man in Deutschland auf 250 000 schätzt.

Die Besucher von "Jesus 2000" kommen aus der gesamten Bundesrepublik. 40 Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Bundesland Bayern, 18 Prozent aus Baden-Württemberg und 10 Prozent aus Sachsen. 60 Prozent der Teilnehmer sind Frauen, 40 Prozent Männer.

Neben den Vorträgen im Plenum bieten die 24 Workshops an den zwei Nachmittagen eine breite thematische Palette: Mit über 450 Teilnehmern findet der Workshop mit dem Thema "Unsere Gemeinden brauchen Visionen vom prophetischen zum apostolischen Dienst" das meiste Interesse. Mit jeweils 400 Teilnehmern finden auch die Workshopthemen "Berufung und Dienst im Reich Gottes" und "Der biblische Auftrag zur Heilung" großen Zuspruch.

"Die Treue zur biblischen Tradition, die Orientierung am überlieferten Bekenntnis einerseits und neue Glaubenserfahrungen und Frömmigkeitsformen andererseits müssen nicht gegeneinanderstehen, so Landesbischof D. Hermann von Loewenich in seinem schriftlichen Grußwort an die Kongreßteilnehmer. In den charismatischen Bewegungen sieht der bayerische Landesbischof "eine Erneuerungsbewegung innerhalb der Christenheit, von der wir wichtige Anstöße empfangen." Loewenich ist am Samstag Gast auf dem Kongreß. Neben ihm ist der katholische Weihbischof Dr. Franziskus Eisenbach Gast auf dem Kongreß. Er hält die Predigt zum Abschlußgottesdienst am Sonntag morgen, zu dem auch Nürnberger Christen eingeladen sind. Ein Hauptreferent bei "Jesus 2000" ist der anglikanische Pfarrer Nicky Gumbel aus London, Leiter der Alpha-Kurs-Arbeit in Großbritannien, eines elfwöchigen Glaubensgrundkurses . Inzwischen gibt es 6500 Kurse in Großbritannien, weltweit sind es weitere 5000 Kurse.

Weltweit wird die Zahl der charismatischen und pfingstlichen Christen auf 450 Millionen geschätzt. Darunter etwa 90 Millionen Katholiken, das entspricht 10 Prozent innerhalb der katholischen Kirche. In Deutschland wird die Zahl der Christen, die sich zur charismatisch-pfingstlichen Bewegung zählen, auf 250 000 geschätzt.

"Was hältst du von einem Festival, bei dem endlich mal Hunderte von coolen Leuten aus der katholischen und aus der evangelischen Kirche und aus verschiedenen Freikirchen zusammen was los machen ?" so fordert die Einladung zu Jugendkongreß "Vollkorrekt" heraus. 15- 16jährige bilden den Altersschwerpunkt des Jugendkongresses. Neben Vorträgen (unterstützt durch Multimedia) zu Themen, wie "Gott - ein Daddy ?" und "Holy Spirit - Holy Power !" und Kleingruppenarbeit, werden auch Workshops angeboten. Die Angebote umfassen Volleyball, Fußball, Rugby, Pantomime, Sign Language, Tänze, "Wie werde ich ein DJ?", Basteln, aber auch Diskussionsrunden und thematische Workshops wie "Power-Management" oder "Wie finde ich meine Berufung?". Höhepunkt des Jugendkongresses ist ein Musikkonzert am Samstag abend mit anschließender "Raveparty".

Der Kinderkongreß "Voll ins Herz" findet parallel zu "Jesus 2000" statt, Höhepunkt hier ist am Samstag nachmittag von 15.00-17.00 Uhr ein Konzert mit dem Liedermacher Daniel Kallauch.


Weitere Infos:
Jesus 2000, Speersort 10, D-20095 Hamburg.
Fax: 040 - 32 24 03, Tel.: 040 - 32 33 07-16 und 32 33 07-18

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